Ziele

Humboldt-Ring – Verbund deutscher Forschungsmuseen

Kooperationsvereinbarung   vom 24. September 2009, mit Nachtrag vom 27. Oktober 2009

zwischen

dem Museum für Naturkunde Berlin,
dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe,
dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart,
den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns,
dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn

(Anmerkung: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem sind seit 27.10.2009, das CeNak Hamburg ist seit 10.06.2015 ebenfalls im Humboldt-Ring; das Museum für Naturkunde Berlin ist seit 15.06.2015 nicht mehr Mitglied im Humboldt-Ring: siehe hier)

Präambel:

Der Humboldt-Ring ist ein Verbund überregional bedeutender Forschungssammlungen in Deutschland, die sich mit ihrem Beitritt dazu verpflichten, die nachfolgend genannten Ziele durch entsprechend abgestimmte und gemeinsam unternommene Aktivitäten zu unterstützen.

Weitere Institutionen können auf Antrag aufgenommen werden, sofern sich alle Mitgliedsinstitutionen einstimmig dafür aussprechen.

Die Mitgliedsinstitutionen des Humboldt-Rings verstehen sich als Teil einer föderalen, verteilten Infrastruktur. Der Humboldt-Ring lässt die unterschiedlichen Trägerschaften der Institutionen unberührt, er definiert und integriert jedoch die Mitgliedseinrichtungen als komplementäre Teile einer föderal verteilten Großforschungsinfrastruktur und ist bestrebt, eine gemeinsame Programmatik und ein gemeinsames Selbstverständnis weiter zu fördern und zu entwickeln. Der Humboldt-Ring erkennt die Qualitätsstandards der Leibniz Gemeinschaft als Leitlinie an.

Übergeordnetes strategisches Ziel ist das Kenntlichmachen der nationalen und internationalen Bedeutung des Humboldt-Rings, bei gleichzeitiger Bewahrung von föderalen Eigenständigkeiten. Hierzu strebt der Humboldt-Ring eine gemeinsame Vertretung in nationalen und internationalen Angelegenheiten an.

Übergeordnetes inhaltliches Ziel ist die Förderung und der Ausbau innovativer, integrativer Forschung inklusive der dazu notwendigen Infrastruktur im Bereich der Biodiversität- und System Erde-Forschung[1].

Der Name wird zu Ehren des großen deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt gewählt, dessen gelände- und sammlungsbasierter, interdisziplinärer Erforschung und Vermittlung der Naturgeschichte und Naturprozesse sich die unterzeichnenden Institutionen verpflichtet fühlen.

Gegenstand der Zusammenarbeit und gemeinsame Ziele:

Der Gegenstand der Zusammenarbeit besteht in der engen Kooperation der Mitgliedsinstitutionen im Sinne einer gemeinsamen Großforschungsinfrastruktur. Insbesondere folgende gemeinsame Ziele werden hierzu verfolgt:

  • Verbundweite Erarbeitung gemeinsamer Sammlungsstandards und - strategien, ggf. gemeinsame Ankaufs- und Schutzbemühungen von Sammlungen und Einzelobjekten
  • Verbundweite Abstimmung der Sammlungsprofile
  • Verbundweite Abstimmung in der kustodialen Besetzungspolitik
  • Verbundweite Abstimmung der Planung und Nutzung von Forschungslaboratorien und Sammlungsinfrastruktur
  • Gemeinsame Abstimmung vor Beantragung von Großprojekten
  • Gemeinsame Vorbereitung und Ausbau international herausragender Forschungs- und Sammlungsprojekte, ggf. auch auf europäischer Ebene
  • Ausarbeitung gemeinsamer Konzepte zur nachhaltigen Nutzung von Primärdaten und Forschungsinformation
  • Erarbeitung gemeinsamer Kriterien zur Leistungsbewertung wissenschaftlicher und sammlungsbezogener Aktivitäten/Tätigkeiten
  • Planung und Durchführung gemeinsamer Ausbildungsmaßnahmen und-programme sowie gemeinsamer Ausbildungsstrategien (Präparation, Prakti-kanten, ggf. Graduiertenkollegs, Capacity Building im Ausland etc.)
  • Die Vertragspartner stimmen Neuausschreibung wissenschaftlicher Dauerstellen inhaltlich ab
  • Die Vertragspartner stellen nach Maßgabe für Wissenschaftler und Präparatoren innerhalb des Rings Zeitarbeitsplätze zur Verfügung, um die Sammlungen und Labore gemeinsam zu nutzen und insgesamt zur Flexibilisierung und Mobilitätserhöhung in der Forschung und Sammlungsarbeit zu gelangen
  • Abstimmung und ggf. gemeinsame Vertretung des Rings bei internationalen Kontakten / Aktivitäten
  • Die Vertragspartner betreiben gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und Politikberatung
  • Die Vertragspartner verpflichten sich zur Verwendung des Humboldt-Ring-Logos bei relevanten Aktivitäten der Vertragspartner
  • Die Vertragspartner streben eine Steigerung der Kosteneffizienz durch Ausnutzung von Synergieeffekten an
  • Die Vertragspartner sind bestrebt, die technischen, räumlichen, personellen und administrativen Voraussetzungen für die Einrichtung und den Betrieb des Humboldt-Rings im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu schaffen. Hierzu prüfen sie auch die Gründung sowie den Aufbau geeigneter rechtlicher Strukturen zur Unterstützung dieser Ziele.
  • Der Humboldt-Ring ist bestrebt, einen wissenschaftlichen Beirat einzurichten, der jeweils einen Delegierten der bestehenden wiss. Beiräte der Mitglieds-institutionen umfasst.

gez.

Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor. Museum für Naturkunde Berlin
Prof. Dr. Norbert Lenz, Direktor, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
Prof. Dr. Johanna Eder, Direktorin, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor, Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns
Prof. Dr. Wolfgang Wägele, Direktor, Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig

Neuaufgenommene Mitgliedsinstitutionen:

27.10.2009: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem - Zentrale Einrichtung der Freien Universität Berlin
gez. Prof. Dr. Thomas Borsch, Direktor des BGBM

10.06.2015: CeNak Hamburg (Centrum für Naturkunde)
gez. Prof. Dr. Matthias Glaubrecht, Direktor des CeNak

[1] Dies umfasst neben biologisch-taxonomischer, molekularbiologischer, ökologischer und evolutionsbiologischer Forschung insbesondere auch paläontologische, anthropologische, geobiologische, geologische und mineralogische, sammlungsrelevante Forschung sowie entsprechende wissenschaftshistorische, museologische und methodische Forschung (z.B. Biodiversitätsinformatik, statistische Methoden, Geo-Informatik, Modellierungen).